Aktuelle Informationen und Erlebnisberichte rund um unsere Gruppe
Silat weisser Kranich in Indonesien Januar bis Mai 2010
Der Hauptsitz unserer Schule befindet sich in Westjava ( Indonesien) in Bogor, wo unser Großmeister Suhu Gunawan Rahrdja mit seiner Familie wohnt und täglich
ein abwechslungsreiches Trainingsprogramm angeboten wird. Bereits vor 8 Jahren konnte ich dort für 2 Monate mittrainieren und nachdem ich in Berlin unsere Gruppe
aufgebaut hatte, bot es sich für mich in diesem Jahr an, erneut nach Indonesien zu fliegen und in der Schule für 4 Monate mitzuleben und zu trainieren.
Eine fantastische Erfahrung, die mich als Trainerin sowie als Mensch ein gutes Stück vorangebracht hat. Unsere Kampfkunst wird ausserhalb Indonesiens auch in den
USA (New York, Californien, Boston) sowie in in Europa (Deutschland, österreich, Frankreich, England und Spanien) unterrichtet. Die einzelnen Gruppen stehen miteinander
in Verbindung und treffen sich regelmäßig in gemeinsamen Trainingsveranstaltungen zum Austausch.
Schüler die in Indonesien trainieren möchten, werden dort in einem kleinen Anwesen in den Teeplantagen Westjavas, ausserhalb von Bogor untergebracht. In der Schule
werden verschiedene Trainingseinheiten wie Gesundheitsbewegungen, Akrobatik, spezielles Frauentraining sowie offenes Training beim Großmeister angeboten. Die Schule
könnte man wie eine große Gemeinschaft beschreiben, die für viele Indonesier auch ein soziales Netzwerk darstellt. Gerade durch die Beherbergung ausländischer
Schüler bietet sich für Manchen eine kleine Arbeitsstelle an. Ebenso wird jeden Sonntag ein Kinderförderungsprogramm angeboten, bei dem Kinder aus der Umgebung die
Schule besuchen dürfen, dort am Silatunterricht teilnehmen können, und von den ausländischen Schülern Englisch gelehrt werden.
Durch das enge Zusammenleben mit der Gemeinschaft findet neben dem sportlichen Austausch auch ein kultureller statt. Dies liegt der Philosphie unsere Kampfkunst auch zugrunde,
die besagt, dass man durch das Kennenlernen und Verstehen anderer Kulturen zwischenmenschliche Konflikte schon im Vorfeld vermeiden kann. Auch die körperliche Erfahrung sollte
man als Trainer nicht missen. So fühlen sich 5-6 Stunden tägliches Training schon in Deutschland nicht immer bequem an. Das Ganze aber auch noch bei 35°C und 95%
Luftfeuchtigkeit gibt der Sache noch einen besonderen Beigeschmack! Meine erste Schülerin aus Berlin nahm sich ebenso die Zeit und ist mir später noch für 2 Monate
gefolgt um auch dort trainieren zu können. Pünktlich zum Berliner Frühling sind wir nun aber beide wieder zurück und voller Enthusiamus die Gruppe weiter wachsen
zu lassen.
Jeder ist herzlich zum Probetraining eingeladen. Silat läßt sich schwer in Worten erklären, man muss es einfach ausprobieren.
In diesem Jahr fand das Training geleitet von Paul und Susan aus Girona statt. Doch zunächst starteten wir mit
einem Besuch bei dem Opening, der Pencak SIlat Europameisterschaften. Benoit ein pariser Mitglied aus unseren Reihen
des Weißen Kranichs würde an den Kämpfen am nächsten Tag teilnehmen.
Am Samstag gab es dann 6h fantastisches Training.
Zwischendurch in der Pause wurden wir mit einem göttlichen Mahl (wegen dem wir insgeheim an diesem
Trainingswochenende dabei sind) verwöhnt. Zusätzlich durften wir Tobi aus Ludwigsburg kennenlernen, der uns nicht nur
wegen seiner engelsgleichen Bewegungnen in Erinnerung bleiben wird. Hauptaugenmerk beim Training wurde auf Tritttechniken
und auf Partnerübungen, Anwendungen der grundlegensten Pantuans gelegt, wobei Paul auf einen tiefen und stabilen Basi achtete.
Mindestens einer von uns hatte bereits am ersten Tag höllischen Muskelkater. Am Abend ließen wir uns wieder in der
Pencak Silat Halle nieder um den Vorführungen der unterschiedlichsten Pencak- Stile und Gruppen beizuwohnen. Die Pariser und
Ludwigsburger Leute sollten auch die Gelegenheit bekommen zu zeigen was der Weiße Kranich an stilistischen Facetten
zu bieten hat. Und ehrlich (vielleicht auch ein kleines bisschen subjektiv), wir waren wirklich einsame Spitze. Die Bewegungen
sind sehr viel weicher, eleganter und vor allem Vielfältiger. Ein wenig bedrückte jedoch Benoits Handykap unsere Herzen.
Er hatte sich schon am Morgen in der ersten Runde den Zeigefinger gebrochen. Da er trotzdem noch 2 Runden weiter"fightete"
durfter er danach gleich 2 Tage im Krankenhaus, wegen des verkomplizierteren Bruchs verbringen. Nun, für uns bedeutete
es am Sonntag trotzdem die Freude auf 6h Spitzentraining. Die übungen wurden wiederholt und erweitert, das Twi-Chu auch
verlängert. Beim Tuishu ist es so, das die niedrigen Gürtel von den Höheren zum Schweißaustausch auffordert werden und
somit von verschiedenen Partnern Silat "Kampf" lernen können.
In diesem Jahr konnte Sylke schon einige Tips mehr
umsetzen, spürte die Vortschritte des letzten Trainingsjahres und wurde sich des langen Weges, der noch vor Ihr lag
schon etwas deutlicher bewusst. An diesem Tage gesellten sich zu dem Muskelkater noch ettliche Blaue Flecke, die mit Genuss
und Weitsicht auf deren Reduzierung in Zukunft, akzeptiert wurden. Am Abend trafen sich dann alle im Restaurant, bei
Pizza und Wein wieder und setzen Ihren mentalen "Schweißaustausch" und alles was es sonst noch spannendes auszutauschen gab
fort. Auch das halbe Training am Monatag blieb latent anstrengend und außerordentlich interessant und gibt ein abschließenden
Kick auf Silat und noch mehr Silat, weil einfach gigantisches Training und spannende, tolle Menschen beteiligt sind.
Zudem, wie immer, eine spitzenmäßige Gastfreundschaft und Organisation. Danke an alle! Wir persönlich danken noch dem Cheftrainer
von Paris Thomas und Margot für Ihr Kuschelbett und ihre Betreuungshingabe; Paul und Susan für rundum geiles Trainng; dem Dinosör
für einfach richtiger Dinosör; und Tobi und Tobi, die unseren Blick auf die mitteljunge Generation positiv geschärft hat.
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Vorführung in den Gärten der Welt
Trübe kündigte sich der Tag an, regnerisch und grau. Das wollte gar nicht so recht passen zu einem Festival in den Berliner "Gärten der Welt", wo sich die Gartenkunst Asiens
eindrucksvoll und lebendig präsentiert.
Die Berliner Trainerin Verena allerdings gab den Mitgliedern ihrer Silat-Sektion, die durch die extra angereisten Ludwigsburger deutlich verstärkt wurde, die Zuversicht zurück:
"Jeder Tag ist das, was Du daraus machst". Und so wurde die Silat Vorführung im balinesischen Garten, noch eine richtig eindrucksvolle und schöne Erfahrung für alle Beteiligten:
Teilnehmer, Publikum und Gastgeber.
Gezeigt wurden (in stetem Nieselregen) Pan Toans, Wurftechniken, lange Bewegungen und Kaümpfe. Ohne die Ludwigsburger wäre das alles übrigens so nicht möglich gewesen -
Danke noch mal! Hoffentlich können wir uns irgendwann revanchieren und unsererseits 1.200 Autobahnkilometer für eine 20 minütige Vorstellung zurücklegen. ;-)
Was bringt uns so eine Vorführung? Vor allem Spaß. Darüber hinaus intensiviert sich zuvor automatisch der Trainingsaufwand, Extratrainings im Park werden durchgeführt und die
Konzentration steigt merklich. Mitglieder verschiedener Sektionen haben sich kennen gelernt. Und natürlich sollen durch eine Vorführung nicht zuletzt neue Mitglieder geworben
werden - wenn dieser Effekt an einem regnerischen Sonntagmorgen auch sehr gering ist. Aber auch die 200 anwesenden Rentner waren ein dankbares Publikum.
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Trainings-Oster-Wochenende in Paris
Wie jedes Jahr sind wir „Silatler“ vom weissen Kranich in Paris zum inter-europäischem-Oster-Retreat eingeladen. Natürlich liessen wir uns das nicht entgehen und flogen schon einen Tag früher los um noch ein bisschen durch die Stadt tingeln zu können. Am Flughafen wurden wir vom französischem Cheftrainer Thomas abgeholt, dessen französisches Begrüßungs-Küsschen von uns natürlich mit einem deftigem: „Grüß Dich“-Hand-schütteln erwidert wurde. „D´accord, ca marche“ hieß die Devise und wir verfuhren uns mit ihm erstmal locker eine Stunde lang in Paris.
Sylke und Verena waren die Tage bei Helene untergebracht, eine Frau von der Silatgruppe des Pariser Ortsverein. Wir bekamen das Ehebett, während Helen mit Ehemann auf der Wohnzimmercouch die Nächte verbrachte, welches dann, warum auch immer, jeden Morgen repariert werden musste. Bei einem gemütlichen Glas Rotwein und französischem Käse mit Baguette, klärten wir dann noch in gebrochenem Englisch-Deutsch-Französisch-Cocktail welche tollen Orte wir unbedingt besichtigen müssen. Und schon am nächsten Tag fegten wir zwei schon durch die Gassen von Paris und liessen es uns gut gehen. Obwohl zum Teil einige von Ihnen ganz schön eng und mitunter olfaktorisch unter der Gürtellinie waren, - der Flair vom mittelalterlichen Paris, so wie man es aus Büchern kennt ist dort also auch noch auffindbar.
Ab Samstagmorgen war dann Training angesagt. Das erste Training wurde vom deutschen Cheftrainer Willi Hollenbach aus Darmstadt abgehalten. Er hatte den Sommer
eine Zeit in Indonesien verbracht und zeigte uns die neuesten Tips und Tricks des Kampfkünstelns. Vormittags bestand das Training hauptsächlich aus Partnerübungen,
Würfen und Kampf. Nach einer langen Mittagspause mit vielen Leckereien und Tee, die die Pariser aus Ihren Taschen daherzauberten, ging es dann weiter am Nachmittag mit
kurzen und langen Bewegungen.
Abends war die ganze Gruppe noch gemeinsam Essen und man liess den Tag gediegen ausklingen. Sonntags übernahm Ellis Hollenbach, die ebenso
vor kurzer Zeit aus Indonesien zurückkam, größtenteils das Training. Hier kamen besonders die Damen auf ihre Kosten, da Ellis speziell für Frauen im Kampf auf sehr
originelle Tricks zurückgreifen kann. Verena hielt tapfer durch, obwohl sie starke Schmerzen in der Wirbelsäule hatte.
Am Abend konnte sie sich kaum noch bewegen und so musste Sylke Sie rücksichtslos alleine zurücklassen um feiern und Abendessen zugehen, schließlich wurde sie ja vom
kleinen Lieblings Dinosör Laurenzo abgeholt.
Tags Drauf griff Verena dann auf die Zauberkünste unseres sonnigen, physiotherapeutgöttlichen Bayernburschen
zurück (Respekt an Verena!), der Ihre Wirbel wieder in die richtige Position klackerte und so stand dem Training, geleitet von Thomas - alias Sindbad, nichts mehr im Wege.
Hier durften sich alle die wollten und noch konnten, noch mal am Akrobatik-Programm austoben. Um das Trainingswochenende abzuschliessen und die Neulinge noch mal richtig zu
beeindrucken, zeigten die "Großen" dann noch was sie für Bewegungen auf dem Kasten haben. Geil!
Also: Alles in allem ein super Wochenende bei dem wir wieder viel gelernt haben. Nächstes Training in Paris ist bereits angemeldet und wir freuen uns schon dicke drauf!
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